Sechs Monate nach dem Anschlag in Hanau

Vor sechs Monaten, am 19.02.2020, ermordete ein Rassist in Hanau neun Menschen, die er für Migrant*innen hielt. Eine der Forderung der Angehörigen der Opfer und ihrer Unterstützer*innen ist es, unter dem Motto #SayTheirNames die Namen der Ermordeten nicht zu vergessen und damit das Gedenken an sie lebendig zu halten.
Am kommenden Samstag, dem 22.08.2020, findet in Hanau eine bundesweite Demonstration statt, zu der zahlreiche Initiativen mobilisieren.

Informationen zur Demonstration und zu den Hintergründen finden Sie unter: https://19feb-hanau.org

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Kundgebung: „I Have a Dream“

Wann: Freitag, 28. August 2020, 18:00 Uhr
Wo: Neumarkt, Köln

Für den 28. August rufen in Köln und NRW verschiedene Gruppen zu einer Kundgebung auf. Die Kundgebung wird von der Black Community in NRW, die aus verschiedenen Vereinen und Initiativen besteht, gemeinsam mit dem Bündnis „Köln stellt sich quer“ organisiert.

„Das Datum ist symbolisch gewählt, denn am 28. August 1963 fand der Marsch auf Washington statt, auf dem Dr. Martin Luther King seine unvergessene „I Have a Dream“ Rede hielt.

Mit der Wahl des Datums soll an den langwährenden Kampf gegen Rassismus und für Gleichheit und Gerechtigkeit erinnert werden, der – wie uns aus Ereignissen der jüngsten Geschichte immer wieder vor Augen geführt wird – noch lange nicht vorbei ist.

Nach der Ermordung von George Floyd blickte die ganze Welt in den letzten Monaten auf die USA. Doch nicht nur dort werden Menschen alleine auf Grund ihrer Hautfarbe oder Herkunft benachteiligt, diskriminiert oder ermordet. Deutschland hat seine eigenen Beispiele aus jüngster Zeit. Auch daran möchten die Organisatoren mit der Kundgebung erinnern: An die Morde und Anschläge in Kassel, Halle und Hanau in jüngster Zeit, an die NSU Morde, an Brandanschläge auf Flüchtlingsheime. Und an die vielfältigen Diskriminierungen im Alltag, denen Schwarze Menschen, Menschen anderer Hautfarben und Herkunft ausgesetzt sind. Wir wollen aufmerksam machen auf Racial Profiling und die subtileren Formen von Rassismus, den Schwarze Menschen tagtäglich erleben. Weiterlesen

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Veranstaltungsreihe: „Gesellschaftliche Krise(n) – wichtige Themen stark machen“

Wann: 23. September 2020 bis 06. Oktober 2020
Wo: Online

Das Jahr 2020 prägt die Lebensrealitäten vieler Menschen nachhaltig: Covid-19 bestimmt weitestgehend unseren Alltag. Soziale Kontakte müssen heruntergeschraubt und Vorsichtsmaßnahmen und Einschränkungen getroffen werden – privat wie beruflich. Auch für uns sind die neuen Entwicklungen eine Herausforderung, doch 2020 ist nicht nur coronabedingt ein schwieriges Jahr: Es gab das rechte Attentat in Hanau, die Prozesse um das Attentat von Halle und dem Mord an Walter Lübcke haben begonnen und im Zuge der Black Lives Matter-Bewegung wird wieder einmal deutlich, wie präsent das Thema Rassismus permanent sein müsste und wie stark weiße Abwehrmechanismen zeitgleich auf die Verschiebung von Debatten einwirken. Hinzu kommen die vielen Anhänger:innen von Verschwörungserzählungen sowie Vorfälle rund um „NSU 2.0“ – nur um wenige andere relevante Ereignisse zu benennen. Diese Veranstaltungsreihe ist unser Versuch, trotz Corona, Themen in die öffentliche Wahrnehmung zu rücken, die in der medialen Berichterstattung immer wieder von virusrelevanten oder anderen Themen verdrängt werden. Im Gegensatz zur Corona-Krise können wir nicht auf eine Impfung als Problemlösung hoffen, stattdessen müssen vielmehr langfristige gesellschaftliche Veränderungsprozesse in Gang gesetzt werden.

Programm

  • Online-Workshop I – „How to make Facts great again”
    Mittwoch, 23. September 2020 – 16:00-18:00 Uhr
    Giulia Silberberger (Goldener Aluhut)
    Verschwörungserzählungen haben Hochkonjunktur. Nicht nur in Krisenzeiten ziehen sie viele Menschen in ihren Bann und erreichen besonders durch Social Media ein breites Publikum. Doch warum glauben Menschen an diese Erzählungen, welche Gefahren bergen sie für die Gesellschaft und für Einzelne und wie können wir mit ihnen umgehen?

    Giulia Silberberger von „Der goldene Aluhut gUG“ aus Berlin führt durch die großen Verschwörungserzählungen unserer Zeit, zeigt ihren Überlapp zu rechtem Gedankengut und Antisemitismus und Lösungsansätze für den präventiven Umgang mit ihnen auf.

 

  • Online-Workshop II – „Antifeminismus, Frauen*hass und (extrem) rechte Mobilisierungen für ‚Frauenrechte’“
    Dienstag, 29. September 2020 – 18:00-20:00 Uhr
    Eike Sanders (AK Fe.In)
    Antifeminismus will die Errungenschaften der (queer)feministischen Bewegungen zurückdrehen: durch Begriffsumdeutungen, Angriffe auf reproduktive Rechte, Ressourcen und Gleichstellungsmaßnahmen. Akteur*innen der extremen Rechten, Konservative und die „gesellschaftliche Mitte“ vereint der Wunsch nach einer binären Geschlechterordnung und einer Männlichkeit die gemeinhin als „toxisch“ bezeichnet wird. Antifeminismus kann auch tödlich sein: Der Glaube an männliche Vorherrschaft stellt die Basis für sexualisierte Gewalt, Femizide und Terrorismus dar.
    Paradoxerweise hat die (extreme) Rechte „Frauenrechte“ dort für sich entdeckt, wo die „weiße Frau als Opfer“ eine scheinbar neue Mobilisierungskraft entfalten kann: in Kandel, Chemnitz oder Wien. Dagegen stellt das AK Fe.In einen Feminismus, der die Fundamente der patriarchalen Ordnung hinterfragt, der Männlichkeit nicht heilen will und der grundlegend antifaschistisch ist.
    Der aufgezeichnete PowerPoint-Vortrag des AK Fe.In möchte diese neuen Entwicklungen, Gleichzeitigkeiten und scheinbaren Widersprüchen genauer beleuchten, um zu neuen feministischen, antirassistischen und antifaschistischen Gegenstrategien zu verhelfen. In einer anschließende live Diskussion mit Eike Sanders können Fragen vertiefend diskutiert werden.

    Eike Sanders ist Mit-Autorin des AK Fe.In (Feministische Intervention), welches als Autorinnenkollektiv im August 2019 das Buch „Frauen*rechte und Frauen*hass. Antifeminismus und die Ethnisierung von Gewalt“ (Verbrecher Verlag) veröffentlichte. Sie arbeitet im Antifaschistischen Pressearchiv und Bildungszentrum Berlin apabiz e.V., wo sie seit zehn Jahren zentral zu dem Thema extreme Rechte und Gender forscht, publiziert und Bildungsarbeit durchführt. Sie ist Mitglied im Forschungsnetzwerk Frauen und Rechtsextremismus.

 

  • Online-Workshop III – „Hanau muss die Endstation sein! Kontinuitäten rechter Gewalt, Erinnerungsarbeit und praktische Solidarität nach Hanau“
    Montag, 05. Oktober 2020 – 10:00-12:00 Uhr
    Harpreet Cholia (Initiative 19 Februar Hanau)
    Nachdem ein Rassist neun Jugendliche mit Migrationshintergrund ermordet hatte, stand Hanau still und trauerte, gleichzeitig begannen sich die Familien und Angehörigen zu organisieren. Gemeinsam mit Aktivist*innen der Initiative 19. Februar schufen sie eine Begegnungsstätte. Ein Ort zum Erinnern, ein Ort zum Trauern, ein Ort, um füreinander und miteinander zu arbeiten – und nie zu vergessen.
    In diesem Workshop spricht Harpreet von der Initiative 19. Februar über diese Prozesse und die Kontinuitäten von rechter und rassistischer Gewalt im deutschen Kontext und bietet Raum für Fragen und Diskussion. Fragen unter anderem: wie kann eine Politik der Erinnerung aufrechterhalten werden oder wie kann praktische Solidarität aussehen, werden beantwortet.

 

  • Online-Workshop IV – „Lets talk about Alliances“ – intersektionale Aspekte gesellschaftlicher, politischer und kultureller Ungleichbehandlung und Diskriminierung
    Dienstag, 06. Oktober 2020 – 17:00-20:00 Uhr
    Mine Wenzel / Arpana Aischa Berndt
    Der Workshop „Let’s talk about Alliances“ bietet den Teilnehmer*innen Gesprächsangebote über die Frage nach Allianzen zwischen Menschen, die von unterschiedlichen Diskriminierungsformen betroffen sind. Welche Rolle spielt Intersektionalität im diskriminierungskritischen Alltag? Welche Allianzen sind möglich? Welche Trennungen sind nötig? Wie stellen wir uns eigentlich eine Zukunft vor und was brauchen wir dafür?

    Mine Wenzel (trans*nonbinary/endo/weiß) ist DJ*, Musikerin* und trans*aktivistisches Anar*chic. Sie* produziert den trans*ginger Teapot Cast, gibt Vorträge und Workshops zu Machtkritik und Themen der Antidiskriminierung und graswurzelt sich über verschiedene Soziale Medien und analoge Netzwerke um das Cistem zu unterwandern.

    Arpana Aischa Berndt (cis/ weiblich/ endo/ PoC) ist Autorin und Journalistin und Antirassismustrainerin. Sie veröffentlicht Kurzgeschichten, Artikel und Podcasts online, in Zeitschriften und Anthologien. Sie gibt Workshops zu machtkritischem Schreiben, Allyship und Antirassismus.

Anmeldung
Die Anmeldung ist ab dem 31. August 2020 per E-Mail möglich über:
info@mobile-beratung-nrw.de.

Wir bitten um verbindliche (kostenfreie) Anmeldung bis zum 15. September 2020 mit folgenden Angaben:

gfs. Bündnis / Institution
Name, Vorname
PLZ, Ort
E-Mail-Adresse

Technische Details
Die Veranstaltungen werden mit dem Programm BigBlueButton durchgeführt. Für einen möglichst reibungslosen Ablauf empfehlen wir die Webbrowser Chrome oder Chromium. Für die Teilnahme und die anschließende Diskussion wird ein PC oder Laptop, der mit Webcam und Mikrofon ausgestattet ist, benötigt. Weitere Details zur technischen Umsetzung, eine Anleitung, sowie Antworten auf eventuelle Fragen erhalten Sie / erhaltet Ihr nach der Anmeldung.

Die Veranstaltenden behalten sich vor, Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, sexistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind bzw. solche verbreitet haben, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen

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Podiumsdiskussion: Wahrnehmungsdiskrepanzen von Antisemitismus in Deutschland

Wann: Dienstag, 18. August 2020, 19 Uhr
Wo: online

Die Partnerschaften für Demokratie Köln laden ein:
Am 9. Oktober 2019 versuchte ein Rechtsextremist an Jom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag, in die Synagoge im Hallenser Paulusviertel einzudringen, um die dort versammelten Menschen zu töten. Die Tat löste in den deutschen Medien eine heftige Debatte um die Aktualität antisemitischer Gewalt aus.
Doch auch jenseits von solch schrecklichen Ereignissen zeigt sich Antisemitismus in Deutschland – und das vor allem im Alltag der in Deutschland lebenden Jüdinnen und Juden, in der Schule, im Arbeitsalltag, auf der Straße, im Fußballstadion. In den Diskussionen der vergangenen Jahre um Antisemitismus im Schulalltag zeigt sich, dass viele Schulen dieses Problem nicht ernst nehmen und entsprechend nicht adäquat darauf reagieren. Darin kommt nicht selten zum Vorschein, dass Antisemitismus gar nicht als solcher erkannt und benannt wird.
Generell wird Antisemitismus von der nicht-jüdischen Mehrheitsgesellschaft aus verschiedensten Gründen nicht erkannt und erscheint daher den meisten Menschen in Deutschland kaum relevant. Für die jüdische Bevölkerung allerdings ist das Erleben von Antisemitismus omnipräsent und belastend. Auch im pädagogischen Kontext wird selten direkt danach gefragt, was die Erfahrung von Antisemitismus eigentlich für die Betroffenen bedeutet und was sie mit ihnen macht.
Der Frage, wie eine solche Diskrepanz in der Wahrnehmung von Antisemitismus zu Stande kommt, wie sie sich auf die Betroffenen auswirkt und wie dem sinnvoll begegnet werden kann, wollen wir in einer Podiumsdiskussion mit Antisemitismus-Expert*innen und Vertreter*innen der jüdischen Community in Deutschland auf den Grund gehen.Weiterlesen

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Online-Demokratieforum aus dem Rhein-Erft-Kreis. Verschwörungsideologien, Antimuslimischer Rassismus und Zivilgesellschaftliches Engagement im Rhein-Erft-Kreis.

Wann: 27. August bis 3. September 2020
Wo: online

Das Aktionsbündnis für Demokratiestärkung und Antirassismus lädt ein:
„Verschwörungsideologien erhalten derzeit vermehrt Zuspruch. In Krisenzeiten scheinen sie für Klarheit zu sorgen, indem sie auf komplexe Fragen in Kategorien von Gut/Böse, Freund/Feind, Richtig/Falsch antworten und so eine Welt voller Widersprüche „sauber“ ordnen und Unsicherheiten nehmen. Diese Erklärungen gehen fast immer mit der  Abwertung anderer einher sowie mit der Suche nach jenen, die sie für alles verantwortlich machen können, was an der Welt falsch erscheint. Dabei werden antisemitische und antidemokratische Deutungen aufgegriffen, die für rechtsideologische Haltungen sehr anschlussfähig sind.

Nicht erst seit dem Anschlag von Hanau im Februar 2020 verbreiten sich zudem Antimuslimische Einstellungen zunehmend in Deutschland. Verschiedene sozialpsychologische Studien zeigen eine sich in den letzten 20 Jahren weiter intensivierende und verfestigende abwertende und vereinheitlichende Darstellung von Muslim*innen in öffentlichen Diskursen. Dabei stimmt ein hoher Anteil von Menschen aus allen sozialen Schichten den islam- oder muslimfeindlich formulierten Aussagen in Befragungen zu. Auf politischer Ebene wird in der BRD noch immer um die Frage: Gehört der Islam zu Deutschland? gerungen.

Das Online-Demokratieforum aus dem Rhein-Erft-Kreis geht vertiefend auf die Themenkomplexe Verschwörungsideologien und Antimuslimischer Rassismus ein. Vorträge und Online-Workshops gehen auf Fragen zu Ursprüngen, gesellschaftlichen Auswirkungen und Handlungsmöglichkeiten ein.

Abschließend laden wir Sie herzlich ein zur Diskussion über die Frage: Braucht der Rhein-Erft-Kreis einen Runden Tisch gegen Rassismus?  und zum Austausch und Vernetzung mit anderen Interessierten und Engagierten. Lernen Sie hierbei bestehende Initiativen im Rhein-Erft-Kreis kennen und bringen Sie Ihre eigenen Ideen ein.“

Programm und Informationen zur Anmeldung und zum Ablauf finden Sie hier

 

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Stolpersteine reinigen – machen Sie mit! Aktionswoche #GlanzstattHetze vom 11. bis 17. August 2020

Machen Sie mit beim Putzen der Stolpersteine in Köln! Auf Initiative der Oberbürgermeisterin Henriette Reker und verschiedener Vereine sollen vom 11. bis zum 17. August 2020 alle Stolpersteine in Köln gereinigt werden. Alle sind aufgerufen, sich daran zu beteiligen.

Liegen Stolpersteine vor Ihrem Haus oder in Ihrer Straße? Sind Sie auf dem Weg zur Schule, zur Arbeit oder zur Bahn auf Stolpersteine aufmerksam geworden? Dann beteiligen Sie sich bitte an der gemeinsamen Putzaktion. Wir möchten diese wertvollen und wichtigen Erinnerungsmale wieder zum Glänzen bringen.

Über das Kölner Stadtgebiet verteilt sind kleine Gedenktafeln, sogenannte Stolpersteine, in den Boden eingelassen. Diese kleinen Erinnerungsmale werden genau an den Orten verlegt, an denen Menschen vor ihrer Flucht oder Verhaftung durch den Terror des Nationalsozialismus gelebt haben. Sie erinnern uns an deportierte und ermordete Kölner Jüdinnen und Juden, an Sinti und Roma, politisch Verfolgte, Homosexuelle, Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, Zeugen Jehovas und Opfer der „Euthanasie“. Weiterlesen

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Vortrag und Gespräch: Die Türkei, die Juden und der Holocaust. Zur Bedeutung eines kritischen Geschichtsbewusstseins in der Migrationsgesellschaft

Wann: Donnerstag, 3. September 2020, 19:00 Uhr
Wo: NS-Dokumentationszentrum, Appellhofplatz 23-25, Köln

Das NS-Regime verfolgte auch die etwa 20.000 bis 25.000 in Europa lebenden türkischen Juden. Viele von ihnen wurden Opfer der Shoah. Dennoch fanden sie in der internationalen Holocaustforschung lange Zeit wenig Beachtung.

Cory Guttstadt hat das Schicksal türkischer Juden in verschiedenen europäischen Staaten unter der NS-Herrschaft erforscht und berichtet von ihren Recherchen. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der widersprüchlichen Politik der Türkei, die zwar einerseits verfolgten deutsch-jüdischen Wissenschaftlern und Künstlern Exil gewährte, andererseits jedoch wenig unternahm, um ihre im NS-Machtbereich befindlichen jüdischen Staatsbürger zu retten.

Doğan Akhanlı erinnert in seinen Romanen an verschwiegene Kapitel der deutsch-türkischen Geschichte. So thematisiert er in „Madonnas letzter Traum“ das Schicksal eine Schiffs mit jüdischen Flüchtlingen, das 1942 im Schwarzen Meer versenkt wurde, nachdem die Türkei ihm die Landung verwehrt hatte. Auch in Theater- und Bildungsprojekten (u. a. im NS-Dokumentationszentrum) setzt sich der Schriftsteller für ein kritisches Geschichtsbewusstsein ein. Dies scheint ihm angesichts des zunehmend offen propagierten Antisemitismus in der Türkei und in Deutschland sowie der Diskussion um das Holocaustgedenken in der Migrationsgesellschaft unverzichtbar.

Die Veranstaltung moderiert Osman Okkan (Kulturforum Türkei Deutschland e.V., Dokumentarfilmer und langjähriger WDR-Mitarbeiter).

Eine Veranstaltung von recherche international. e.V., Stadt Köln – Amt der Oberbürgermeisterin, Europäische und Internationale Angelegenheiten, Kulturforum Türkei Deutschland e.V., TÜDAY – Menschenrechtsverein Türkei/Deutschland e.V., Initiative Völkermord erinnern, in Kooperation mit dem NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln

Eintritt: 4,50 €, erm 2 €

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Gedenkstätte Löwenbrunnen geschändet

In der Nacht vom 10. zum 11. Juli 2020 wurde das Wasser mehrerer Brunnen in der Kölner Innenstadt mit roter Farbe verunreinigt. Im unmittelbaren Umfeld wurden Parolen mit dem Slogan „animals bleed for human greed“ (dt. „Tiere bluten für die Gier von Menschen“) angebracht. Zu dieser Aktion bekannte sich in sozialen Medien die Gruppe „Animal Rebellion Köln“. In einem Schreiben äußern die Tierrechtsaktivist*innen u. a., dass sie „[m]it dieser symbolischen Aktion […] der Regierung vor[werfen wollten], dass sie Blut an Ihren Händen haben durch Verbrechen gegen das Tierwohl, die Ausbeutung von Menschen und die Zerstörung von Lebensgrundlagen in der industriellen Massentierhaltung.“ Daneben finden sich Forderungen nach einem „Systemwandel hin zu einem gerechten pflanzenbasierten Ernährungssystem“.[1]

Als ein Ziel ihrer Sprüh- und Wasserfärbeaktion wählte die Gruppe die Gedenkstätte Löwenbrunnen am Erich-Klibansky-Platz. Diese Stätte, 1990 errichtet, erinnert an mehr als 1.100 jüdische Kinder und Jugendliche, die während des Nationalsozialismus deportiert wurden. Ihre Namen sind an dem Brunnen angebracht. Weiterlesen

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Podiumsdiskussion: Wahrnehmungsdiskrepanzen von Antisemitismus in Deutschland

Wann: Dienstag, 18. August 2020, 19 Uhr
Wo: online

Die Partnerschaften für Demokratie Köln laden ein:
Am 9. Oktober 2019 versuchte ein Rechtsextremist an Jom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag, in die Synagoge im Hallenser Paulusviertel einzudringen, um die dort versammelten Menschen zu töten. Die Tat löste in den deutschen Medien eine heftige Debatte um die Aktualität antisemitischer Gewalt aus.
Doch auch jenseits von solch schrecklichen Ereignissen zeigt sich Antisemitismus in Deutschland – und das vor allem im Alltag der in Deutschland lebenden Jüdinnen und Juden, in der Schule, im Arbeitsalltag, auf der Straße, im Fußballstadion. In den Diskussionen der vergangenen Jahre um Antisemitismus im Schulalltag zeigt sich, dass viele Schulen dieses Problem nicht ernst nehmen und entsprechend nicht adäquat darauf reagieren. Darin kommt nicht selten zum Vorschein, dass Antisemitismus gar nicht als solcher erkannt und benannt wird.
Generell wird Antisemitismus von der nicht-jüdischen Mehrheitsgesellschaft aus verschiedensten Gründen nicht erkannt und erscheint daher den meisten Menschen in Deutschland kaum relevant. Für die jüdische Bevölkerung allerdings ist das Erleben von Antisemitismus omnipräsent und belastend. Auch im pädagogischen Kontext wird selten direkt danach gefragt, was die Erfahrung von Antisemitismus eigentlich für die Betroffenen bedeutet und was sie mit ihnen macht.
Der Frage, wie eine solche Diskrepanz in der Wahrnehmung von Antisemitismus zu Stande kommt, wie sie sich auf die Betroffenen auswirkt und wie dem sinnvoll begegnet werden kann, wollen wir in einer Podiumsdiskussion mit Antisemitismus-Expert*innen und Vertreter*innen der jüdischen Community in Deutschland auf den Grund gehen.

Ablauf:

19:00 Eröffnungsgrüße der Stadt Köln und der AWO Köln

19:15 Podiumsdiskussion mit Sophie Brüss (SABRA), Dr. Meron Mendel (Bildungsstätte Anne Frank), Dr. Marcus Meier (Kölnische Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit), Patrick Fels (NS-DOK, Fachstelle m² miteinander mittendrin. Für Demokratie – Gegen Antisemitismus und Rassismus).
Moderation: Anke Bruns

20:00 Öffnung für Fragen aus dem Publikum

20:45 Abschluss

Der Livestream kann ohne Anmeldung oder Login über den YouTube-Link besucht werden: https://www.youtube.com/channel/UCh30gbv2Zh5RMj0ZK8uORTA

Wenn Sie an unserer Zoom-Konferenz teilnehmen, beachten Sie bitte unsere folgenden Datenschutzhinweise https://awo-koeln.de/datenschutzhinweise.html.

Um an der Fragerunde teilnehmen zu können, senden Sie zur Anmeldung bis zum 17. August 2020 unter Angabe Ihres vollen Namens eine E-Mail an: podium2020@demokratieleben-koeln.de.
Nach der Anmeldung erhalten Sie Ihre LoginDaten für Zoom und können sich dort aktiv in den zweiten Teil der Veranstaltung einbringen.

Rückfragen unter: 0221 – 888 101 113

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Newsletter Juli/August 2020

Seit heute steht die Juli/August-Ausgabe des monatlichen ibs-Newsletters zum Download bereit. Im Newsletter berichten wir über Veranstaltungen und Ausstellungen des NS-Dok sowie über weitere Veranstaltungen in Köln und Umland, die Themen wie Rassismus, Antisemitismus oder andere Formen von Diskriminierung sowie Rechtsextremismus oder Fragen der Einwanderungsgesellschaft behandeln. In der Rubrik „Am rechten Rand” informieren wir über aktuelle Entwicklungen in der extremen Rechten. Außerdem stellen wir in jeder Newsletter-Ausgabe eine oder mehrere Publikationen zum Thema vor.

Hier steht der Newsletter Juli/August 2020 zum Download (pdf) bereit.

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